Zu behandelnde Themenbereiche:
1) Verhältnis zwischen Gott und Mephisto
2) Charakterisierung Mephistos
3) Faust als Forschender
4) Charakterisierung Wagners und des Schülers
5) Faust als Liebender
6) Charakterisierung Gretchens
7) Verhältnis Mensch/Natur im "Faust"
8) Goethes Theaterbegriff im "Faust"
VORBEREITUNG "FAUST I"
1.Durchgang
G1: Vorspiel auf dem Theater / Prolog im Himmel (4-12)
G2: Studierzimmer (Erdgeist, Wagner, Gifttrank) (13-25)
G3: Osterspaziergang (25-35)
G4: 1.Begegnung mit Mephisto (36-45)
G5: Der Pakt (45-54)
G6: Mephisto und Schüler (54-60)
G7: Auerbachs Keller (60-68)
G8: Hexenküche (68-77)
2.Durchgang
G1: Faust begegnet Gretchen / Der Schmuck (77-83)
G2: Mephisto bei der Kupplerin Marthe (83-90)
G3: Gartenspaziergang der "Pärchen" (90-97)
G4: Faust zögert / Gretchen am Spinnrad (97-103)
G5: Gretchenfrage / Am Brunnen (103-108)
G6: Valentins Tod / Dom (108-115)
G7: Walpurgisnacht (115-126)
G8: Elfenhochzeit / Fausts Verzweiflung (127-133)
Kerkerszene und Vergebung wird gemeinsam gelesen.
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Szene Funktion
Prolog Auslösung der dramatischen Entwicklung
Monolog Unzufriedenheit
Erdgeist 1. Entgrenzungsversuch
Wagner Darstellung von zwei Wissenschaftlern
Selbstmord Verzweiflung/2. Entgrenzungsversuch
Ostersp. Wiederherstellung des Lebenswillens/Einf. Meph.
Satire auf das Bürgertum
Pakt dramat. Knoten: das Unglück ist vorgezeichnet
Teufel = lit. Bild; das Böse im Willen nach abso-
ter Erkenntnis/Erfahrung
Schüler Satire auf den Universitätsbetrieb
Auerbach Satire auf Studentenschaft; Ende der Gelehrtentra-
gödie; Überleitung zur Liebestragödie
Hexenküche F. verstrickt sich durch Gier in Schuld, M. scheint
und folg. Erfolg zu haben, denn die Begegnung mit Gretchen
Szenen rührt ans "absolute Glück", womit der Pakt erfüllt
wäre;
Garten verschiedene Liebesauffassungen (Margarete, Marthe);
Wald und Höhle F.'s Durst nach Vollkommenheit, Zynismus M.'s (Geist vs. Lust)
Marthens Garten Religion und Kirche, Schlaftrunk für die Mutter
Am Brunnen uneheliche Schwangerschaft, Betroffenheit Gretchens
Nacht Valentins Tod, Beschimpfung Gretchens als Hure
Dom Gretchens Not, böser Geist = schlechtes Gewissen
Walpurgisnacht F. sinkt im obszönen Treiben auf den tiefsten moralischen Punkt, im Mädchen mit dem "roten Schnürchen" um den Hals erinnert er sich wieder an Gretchen und bereut, er macht sich nicht absolut schuldig, kann aber sein Unrecht nicht wieder gut machen. Die "Walpurgisnacht" ist auch eine Satire auf die frz. Revolution und manche Aufklärer, die gegen den Aberglauben und Hexenwahn machtlos sind.
Trüber Tag. Feld F. bereut, aber er hat sich durch den Pakt auch schuldig gemacht.
Kerker F. will Gretchen befreien, sie aber übergibt
sich dem Gericht Gottes und ist gerettet, während F. mit
M. verschwindet.
1.Stunde: Der "Faust"-Stoff historisch und literarisch
a. Brainstorming bzgl. "Faust"-Sage; L-Info.
b. KOPIE EL-208 (lesen bis "Grundidee").
c. Gruppenarbeit zur Übereinstimmung der "privaten" Ergebnisse, Vorgabe von Fragenblättern, die nach der Besprechung überarbeitet und allen zur Verfügung gestellt werden
2.Stunde: Szenenübersicht zusammenstellen
a. Gruppen erhalten "verwirbelte" Szenenübersicht, die sie mittels Numerierung (Bleistift!) oder Zerschneiden in die richtige Abfolge bringen sollen; L-Info.
b. Beginn der Gruppenbesprechungen:
G1 - Verhältnis Gott/Mephisto
G2 - Charakterisierung Mephistos
G3 - Faust als Forschender
G4 - Charakterisierung Wagners und des Schülers (FOLIE)
G5 - Faust als Liebender
Gretchen-Tragödie
a. Lesen und Besprechen des Prozeßes gegen die Kindsmörderin S.M.Brandt (1771/72).
G6 - Charakterisierung Gretchens
b. Aufbau der Gretchen-Tragödie (FOLIE)
G7 - Verhältnis Mensch/Natur im "Faust"
G8 - Goethes Theaterbegriff im "Faust"
Abschluß:
a. Fausts Tod (KOPIE); Erlösung besprechen.
b. "Berühmte Worte" (KOPIE) - Quiz.
Theaterdirektor, Dichter und Schauspieler diskutieren
über die Funktion des Theaters.
Gott erlaubt Mephisto, Faust zu "versuchen".
Faust beschwört den Erdgeist.
Der ob seiner menschlichen Beschränktheit verzweifelte
Faust will sich vergiften.
Der Osterspaziergang: Faust und Wagner.
Ein Pudel entpuppt sich als Teufel.
Faust und Mephisto schließen einen Pakt.
Mephisto "berät" einen Schüler.
Mephisto führt Faust in Auerbachs Keller.
Faust wird durch einen Trank wieder jung.
Faust begegnet Margarete ("Gretchen").
Gretchen erhält Schmuck.
Mephisto verschafft Faust - mit Hilfe der Kupplerin
Marthe - Zugang zu Gretchen.
Faust zögert, Gretchen zu verführen.
Gretchen gibt ihrer Mutter einen Schlaftrunk und
läßt Faust zu sich.
Gretchens Bruder Valentin wird von Faust und Mephisto
getötet.
Mephisto führt Faust zum Hexensabbat.
Die Elfenhochzeit.
Faust erfährt von Gretchens Einkerkerung und
will sie befreien.
Gretchen wendet sich von Faust und Mephisto ab; der
Himmel vergibt ihr.
Versuche die Szenen in die richtige Reihenfolge
zu bringen.
Mephisto führt Faust zum Hexensabbat. ( )
Ein Pudel entpuppt sich als Teufel. ( )
Faust wird durch einen Trank wieder jung. ( )
Mephisto führt Faust in Auerbachs Keller.( )
Faust erfährt von Gretchens Einkerkerung und
will sie befreien.( )
Der Osterspaziergang: Faust und Wagner.( )
Gretchen wendet sich von Faust und Mephisto ab; der
Himmel vergibt ihr. ( )
Faust beschwört den Erdgeist.( )
Gretchens Bruder Valentin wird von Faust und Mephisto
getötet. ( )
Faust zögert, Gretchen zu verführen. (
)
Gott erlaubt Mephisto, Faust zu "versuchen".
( )
Faust begegnet Margarete ("Gretchen").
( )
Der ob seiner menschlichen Beschränktheit verzweifelte
Faust will sich vergiften.( )
Gretchen gibt ihrer Mutter einen Schlaftrunk und
läßt Faust zu sich.( )
Gretchen erhält Schmuck. ( )
Die Elfenhochzeit.( )
Theaterdirektor, Dichter und Schauspieler diskutieren
über die Funktion des Theaters.( )
Faust und Mephisto schließen einen Pakt. (
)
Mephisto verschafft Faust - mit Hilfe der Kupplerin
Marthe - Zugang zu Gretchen. ( )
Mephisto "berät" einen Schüler.
( )
"Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen;
Und jeder geht zufrieden aus dem Haus."
"Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange
Ist sich des rechten Weges wohl bewußt."
"Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;"
"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;"
"Das also war des Pudels Kern!"
"Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!"
"Grau, teurer Freund, ist alle Theorie,
Und grün des Lebens goldner Baum."
"Den Teufel spürt das Völkchen nie,
Und wenn er sie beim Kragen hätte."
"Bin weder Fräulein, weder schön,
Kann ungeleitet nach Hause gehn."
"Nach Golde drängt,
Am Golde hängt
Doch alles. (...)"
"Die armen Weiber sind doch übel dran:
Ein Hagestolz ist schwerlich zu bekehren."
"Das drängt und stößt, das rutscht und klappert!
Das zischt und quirlt, das zieht und plappert!
Das leuchtet, sprüht und stinkt und brennt!
Ein wahres Hexenelement!"
"Heinrich! Mir graut's vor dir."
1) Wie ist die Ausgangsposition der Gesprächspartner?
2) Wie sehen beide Faust?
3) Welche Bedeutung hat die Wette für den Handlungsablauf?
4) Wie sprechen die Engel, wie Mephisto?
5) Welches sind die bestimmenden Kräfte in der
Welt, und wie ist der Mensch darin eingeplant?
1) Wie sieht Mephisto die Menschen (vgl. Prolog)?
2) Wie stellt sich Mephisto bei Faust vor?
3) Was hält Mephisto von menschlicher Wissenschaft
und menschlichem Erkenntnisstreben?
4) Inwiefern stellt Gretchen für Mephisto ein
Problem dar?
5) Mephisto - ein Teil Fausts?
1) Auf welchen Gebieten hat Faust geforscht, wie
schätzt er seine Erkenntnisse ein?
2) Was sind die Motive seines Forschens?
3) Weshalb ist Faust das ideale "Wettobjekt"
für Gott und Mephisto?
4) Was hält Faust von Mephisto?
5) Faust - ein "moderner" Mensch?
1) Welche Funktion hat Wagner bei seinem ersten Auftreten
(ab V.522)?
2) Wie unterscheiden sich Faust und Wagner als Wissenschaftler?
3) Welche Art von Wissenschaftler möchte der
Schüler werden, welche Vorstellungen von Wissenschaft hat
er?
4) Mit welcher Art von Wissenschaft konfrontiert ihn Mephisto, und auf welche Weise tut er es?
1) Wie merkt man die Nachwirkungen der Hexenküche
bei Fausts erster Begegnung mit Gretchen?
2) Warum ist Liebe eine Gefahr für Faust?
3) Wie wird das Thema "Liebe" in der Doppelszene
abgehandelt?
4) Wie reagiert Faust auf das Liebeserlebnis?
5) Worin besteht Fausts Schuld?
1) Welche Züge Gretchens lernt man bis zur Doppelszene
kennen?
2) Welche Eigenschaften zeigt Gretchen in der Doppelszene?
3) Welche Bedeutung hat die "Gretchenfrage"
(V.3415), und welche Unterschiede zwischen Gretchen und Faust
macht sie sichtbar?
4) Welche versteckten Fakten enthält Gretchens
Gebet, und wie läßt sich die Domszene psychologisch
deuten?
5) Weshalb kann Gretchen gerettet werden?
1) Welche Bedeutung hat der Osterspaziergang für
den seelischen Zustand Fausts?
2) Wesen und Funktion der Natur in der Szene "Wald
und Höhle" (ab V.3217).
3) Das Erscheinungsbild der Natur in der Szene "Walpurgisnacht"
(ab V.3835). Gibt es Parallelen zur Ballade "Der Erlkönig"?
1) Welche Interessenskonflikte bestehen zwischen
Theaterdirektor, Dichter und Schauspieler (vgl."Vorspiel")?
2) Was verrät das "Vorspiel" über
die Absicht des Werkes?
3) Wo im Werk finden sich weitere "Inszenierungen"?
4) Ist der "Faust" ein "Fetzen-Drama",
oder handelt es sich um ein geplantes, durchstrukturiertes Werk?
"Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen;
Und jeder geht zufrieden aus dem Haus."
"Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange
Ist sich des rechten Weges wohl bewußt."
"Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;"
"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;"
"Das also war des Pudels Kern!"
"Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!"
"Grau, teurer Freund, ist alle Theorie,
Und grün des Lebens goldner Baum."
"Den Teufel spürt das Völkchen nie,
Und wenn er sie beim Kragen hätte."
"Bin weder Fräulein, weder schön,
Kann ungeleitet nach Hause gehn."
"Nach Golde drängt,
Am Golde hängt
Doch alles. (...)"
"Die armen Weiber sind doch übel dran:
Ein Hagestolz ist schwerlich zu bekehren."
"Das drängt und stößt, das rutscht und klappert!
Das zischt und quirlt, das zieht und plappert!
Das leuchtet, sprüht und stinkt und brennt!
Ein wahres Hexenelement!"
"Heinrich! Mir graut's vor dir."
I. Historisches zu Doktor Faust:
F. lebte von 1480 bis 1540, er galt als großer Gelehrter und Magier seiner Zeit, der Renaissance: er war Nekromant (Schwarzkünstler), Chiromant (Handleser), Alchimist der Grundelemente (Luft-, Feuer- und Wasserdeuter). [Die Alchimisten (Vorläufer der Chemiker) versuchten aus verschiedenen Zutaten Gold zu erzeugen.] Daneben war er Astrologe, Wahrsager etc.
Bei aller Wertschätzung der Person wurden ihm Anmaßung, Kirchenfeindlichkeit, Unzucht u.a. angelastet, er war für die Menschen seiner und der folgenden Generationen eine ambivalente Figur.
Nach seinem Tod wird er zur Legende: zu einem durchschlagenden Erfolg wurde eine Sammlung seiner Abenteuer mit dem Titel "Historia von D. Johann Fausten", erschienen 1587 in Frankfurt, die allgemein als das Volksbuch von Dr. Faust bekannt wurde. Dieses Volksbuch wurde des öfteren bearbeitet und ergänzt, Goethe kannte die Ausgabe von 1674, die vom Nürnberger Arzt Nikolaus Pfitzer stammt, und bis 1726 sieben Auflagen erlebte.
Bereits 1588 verfaßte der Engländer Christopher Marlowe das Drama "The Tragicall History of Life and Death of Doctor Faustus", das in ganz Europa von wandernden Bühnen aufgeführt wurde. Bei Marlowe will Faust Macht über die Welt erringen, er "strengt seines Geistes Kraft an, Gottesgleichheit zu gewinnen". Er scheitert schlußendlich an seiner Anmaßung und wird vom Teufel verdammt, hat aber die Sympathie des Renaissance-Publikums. Aus der Marlowschen Version entwickelte sich eine Aufführung für Puppentheater, die Goethe gesehen haben dürfte. Ab 1770 beginnt sich Goethe mit dem Stoff zu beschäftigen, den er erst 1832, kurz vor seinem Tod, abschließt.
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1. Einheit:
a) Prolog im Himmel (V.243 - 353):
- Welches Weltbild drückt sich in dieser Szene aus?
- Charakterisierung Mephistos (Sprache)
- Charakterisierung Fausts durch Gott und Mephisto
- Ergebnis der Szene
b) Beginn des Dramas (V. 354 - 807)
- Wie sieht sich Faust selber? Wie kann man ihn charakteri-
sieren?
- Wie könnte man Wagner charakterisieren? (V. 522 - 601)
- Wozu entschließt sich Faust nach dem Dialog mit Wagner?
- Szene vor dem Tor: Charakterisierung der Bürger, ihr
Verhältnis zu Faust (V. 808 ff.)
- Fausts Verhältnis zu den Bürgern (V. 1011 ff.)
- Wer taucht am Ende des Osterspaziergangs auf? (V.
1147 ff.)
Lesehilfe:
Zeichen des Makrokosmos (V. 430): Das Zeichen stellt in seinen Linien und Formen sinnbildlich den Gesamtaufbau der Welt dar.
Zeichen des Erdgeistes (V. 460): Anspielung auf eine seit dem 16. Jhd. bestehende naturphilosoph. Vorstellung, daß jedes Gestirn (also auch die Erde) von einem Geist bewohnt wird. Der Archeus terrae verschmilzt die Metalle in der Erde durch Feuer, gibt Pflanzen und Gesteinen die Kraft zur Veränderung der irdischen Welt.
Ich grüße dich, ... Phiole: (V. 690
ff.): die Phiole enthält einen tödlichen
Saft, Faust entschließt sich zum Selbstmord.
2. Einheit:
1) Fausts innere Situation nach dem Osterspaziergang und die Verwandlung des Pudels durch Zauberformeln
a) Wie charakterisiert sich Mephisto? (vgl. V. 1330 ff.)
b) Welches Ergebnis hat dieses Gespräch? (V. 1392 ff.)
Wie ist dabei das Verhältnis von F. zu M.? Warum verschwin-
det Mephisto?
c) M. taucht wieder auf. Was ist anders als nach der ersten
Verhandlung? (vgl. V. 1530 ff.)
d) M. und F. schließen einen Pakt - vgl. die Bedingungen und
Wünsche F.s (ab V. 1635, 1676 ff.) Wozu lädt M. Faust ein? (V. 1815 ff. + 2051 ff.))
2) Mephisto und der fahrende Schüler (V. 1868 - 2050)
- Worum geht es in der ganzen Szene? Wie werden die ver-
schiedenen Wissenschaften beschrieben?
1) Faust scheint sich beruhigt zu haben, er kommt mit dem Pudel ins Studierzimmer zurück, macht sich an die Übersetzung des NT: "TAT" verändert die Welt, birgt aber auch die Gefahr des Schuldig- werdens. Bei der Lektüre des NT stört der Pudel, dieser wird von F. beschworen und verwandelt sich in M.
a) Charakterisierung des Mephisto: Im Prolog noch als Person unter dem Gesinde des Herrn vorgestellt, als Schalk, aber auch schon als verneinendes Prinzip, sein Element sind in dieser Szene das Böse und die Zerstörung, er ist der dualistische Gegenpol Gottes aber nach dem Gesetz der Harmonie auch sein Teil, denn er ist durch das Licht geboren.
b) M. kann das Studierzimmer nicht verlassen, die "Hölle hat also doch Regeln", F. will M. zu einem Pakt zwingen, M. will sich dem aber vorläufig noch entziehen, weil er sich nichts befehlen lassen will. Er vertröstet F., läßt ihn durch Geister einschläfern und entweicht mithilfe einer Ratte.
c)d) M. kommt zurück, übernimmt die Initiative und macht F. ein verlockendes Angebot: dieser soll "erfahren, was das Leben sei". In einer Tirade von Flüchen (1583 ff.) verneint F. selbst den Glauben und die Hoffnung und wird dadurch frei für das Bündnis mit dem Teufel. Dessen Angebot: "willst du mit mir vereint/Deine Schritte durchs Leben nehmen/.. Bin ich dein Diener, bin ich dein Knecht." (1642 ff.) Die Bedingungen sind klar: Wenn M. die Bedürfnisse F.s erfüllt, so soll ihm seine Seele gehören. F. wünscht sich aber derart Paradoxes und Widersprüchliches (vgl. 1676), daß M. warnend erklärt, daß dies nur für einen Gott gemacht ist. Deshalb gesteht F. zu, daß M. ihn nur mit Genuß "betrügen" muß.
M. will F. das Leben zeigen, ihn aus der Studierstube
herausholen.
2) Der Schüler ist ein junger Mann mit Ehrfurcht
vor der Wissen- schaft, er fragt in einer Studienberatung alle
Wf. ab, die F. studiert hat. M. relativiert den Wissenschaftsbetrieb:
Logik dient dazu, die Gedanken "in spanische Schnürstiefel
einzuschnüren, Metaphysik ist Wortgeklimper, die Juristerei
macht aus Vernunft gar Unsinn, die Theologie enthält viel
verborgenes Gift, mit der Medizin lassen sich die Weiber verführen.
Da M. verkleidet auftritt, wird die Szene von vorneherein als
Komödie, als Parodie gelesen.
3. Einheit:
Auerbachs Keller (V. 2073 ff.) und Hexenküche
(V. 2337 ff.)
a) Warum führt M. Faust in diesen Keller? Wie werden die Studenten charakterisiert? (vgl. v.a. 2297 f.)
(Goethe hat 1768 als Student in Leipzig oft den heute
noch bestehenden Auerbachschen Hof besucht, in dessen Gaststube
zwei Wandgemälde mit Motiven aus der Faustsage zu betrachten
sind.)
b) Wie reagiert F. auf diesen "Verführungsversuch" M.s? (2296 f.)
c) Was soll mit F. in der Hexenküche geschehen? Gäbe es zu den magischen Mitteln eine Alternative? (vgl. 2337 - 2361)?
d) Wodurch werden seine Wünsche in eine andere
Richtung als die rational-wissenschaftliche gelenkt? Welches Ergebnis
hat diese Szene für F.? Wie paßt sie zur Szene in Auerbachs
Keller?
vgl. "Hexeneinmaleins": Im alten Volksglauben
galten die die magischen Zahlenquadrate als zauberkräftig.
Die ersten sieben Quadrate mit den Feldzahlen 9, 16, 25, 36, 49
und 81 waren besonders wichtig und hießen "Planetensiegel".
Im Hexeneinmaleins ist ein solches versteckt: wenn man aus den
Zahlen 1, 2, 3 im Sinne des Spruches 10, 2, 3 bildet, ist man
"reich": man hat die Quersumme 15. Beachtet man das
Hexenrezept für 4, 5 6 und "macht" daraus 0, 7,
8, so ergibt sich wieder die Quersumme 15, "so ist's vollbracht",
denn die fehlenden drei Ziffern sind nun leicht so einzusetzen,
daß bei waagrechter wie bei senkrechter Zusammenzählung
immer die Summe 15 erscheint. Die beiden letzten Verse beziehen
sich auf die notwendigen Felderzahlen, aus denen das H. zu bilden
ist.
Die Studenten sind ausgesprochene Primitivlinge,
"Mit offener Brust sind Runda, sauft und schreit" (2082),
"Gib nur erst acht, die Bestialität/wird sich gar herrlich
offenbaren"(2297). M. kann zwar mit einigen Tricks aufwarten,
F. ist aber alles andere als beeindruckt "Ich hätte
Lust, nun abzufahren"(2296). Der Ausflug in die "kleine
Welt" hat nichts in ihm ausgelöst außer Frustration.
In der Hexenküche soll F. mit magischen Mitteln verjüngt werden, da die andere Möglichkeit, nämlich "harte Arbeit" (2352 ff.) ihn nicht reizt. F. bleibt skeptisch gegen die Hexenmagie, erst als er eine Frau im Spiegel erblickt (2492 ff.), ist er bereit, den Trank zu sich zu nehmen, denn seine Sinnlichkeit ist geweckt. M. hat ihn da, wo er ihn haben will: F. ist ungeduldig und M. verspricht ihm die schöne Frau leibhaftig. Der gescheiterte Versuch bei Auerbach wird nun glücken.
In einem Kommentar bezeichnet G. das magische Gerede
der Tiere in der Hexenküche als "dramatisch-humoristischen
Unsinn".
Dramatische Entwicklung im Faust I
PROLOG im Himmel: Gott wettet mit dem Teufel um Faust
FAUSTS 1. Entgrenzungsversuch: Magie (Störung durch Wagner)
2. Entgrenzungsversuch: Selbstmord (verhindert durch Osterglocken)
3. Entgrenzungsversuch: PAKT mit dem Teufel
1. Verführungsversuch: Auerbachs Keller
(gescheitert)
2. Verführungsv.: in der Hexenküche erblickt F. das Bild einer
schönen Frau, M. hat Erfolg, denn Faust
wird ungeduldig, seine Sinnlichkeit zu leben.
Damit beginnt F.s Tragödie als Liebender.
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erregendes Moment: Spiegelbild der schönen
Frau
Dramatik der 1. Begegnung Faust - Gretchen
steigert sich zum
1. Höhepunkt: Liebeserklärung, die Katastrophe ist durch den
Einfluß M.s und die Hexenküche schon programmiert
Peripetie: Umkehr der dramatischen Kurve: Schwangerschaft
Giftmord (Mutter) Meuchelmord (Bruder)
Retardierendes Moment: Walpurgisnacht
Gretchens Tod/Rettung - M. und F. verschwinden.
4. Einheit:
FAUST ALS LIEBENDER - DIE GRETCHENTRAGÖDIE
a) Nachwirkungen der "Hexenküche" bei F.s erster Begegnung mit Margarete, v.a. beim Gespräch darüber mit M. (V. 2605, 2618 ff. und 2683 ff.)
b) Wie ist G., wie reagiert sie auf F.? (V. 2678 ff., 2753 ff.)
c) Wie entwickelt sich die Tragödie weiter? (V. 2805 -3215):
Welche Funktion übernimmt M. ?
Wie spricht F. nun über die Liebe?
Wie reagiert G. auf F.?
Welche beiden Auffassungen von Liebe werden in der Szene "Garten" gezeigt? Welcher Technik bedient sich der Autor?
Warum ist die Liebe eine Gefahr für F.? (vgl. den Pakt und die die V. 3191 ff.)
d) Wie reagieren F. und G. auf das Erlebnis der Liebe?
vgl. Wald und Höhle (3217 ff.) bzw. Gretchens Stube (3374 ff.)
e) Welche Bedeutung hat die Gretchen-Frage (V.3415 ff.), und welche Unterschiede zwischen G. und F. macht sie sichtbar?
f) Der Weg in die Katastrophe: G.s Mutter/Brunnen/
Valentin/Dom/Kerker
ad a) sexuell erhitzte Sprache, sinnliche Gier, von M. noch gesteigert, weil er behauptet, über G. "keine Gewalt zu haben". Gleichzeitig wird F. zutiefst verunsichert, die Liebe wird zu etwas Absolutem und Hohen (2687 ff.), das Gute hat über ihn noch Macht.
ad b) G. ist hübsch, beeindruckt von dem fremden Herrn, neu-gierig,wer ihr wohl das Schmuckkästchen gebracht hat.
ad c) M. übernimmt die Funktion des Kupplers
im Dienste von F. bei Marthe Schwerdtlein, er muß das reine
Gefühl durch seinen Eingriff zerstören, um seine Macht
über F. zu behalten.
G. ist bescheiden, unterwürfig, verunsichert,
die Liebe nimmt aber mit Rasanz von ihr Besitz, sie kann ihr Gefühl
zeigen.
In der Simultantechnik der Szene "Garten" werden die absolute Liebe und die verklemmte, unechte Anbiederung parodistisch gegeneinander gestellt.
Im Pakt will F. sich geschlagen geben, wenn er zum Augenblicke sagt: "Verweile doch, du bist so schön", wenn er also Befriedigung erreicht. (1699 f.) Die Liebe bringt ihn in die Nähe des Absolu-ten: "Was unaussprechlich ist:/Sich hinzugeben, ganz und eine Wonne/Zu fühlen, die ewig sein muß!/Ewig! - Ihr Ende würde Verzweiflung sein./Nein, keine Ende! Kein Ende!" (3190 ff.) Da diese Liebe aber rein wäre, würde sie F. der Macht des Teufels entreißen, deshalb muß M. die beiden Liebenden im Gartenhäuschen unbedingt stören.
d) In "Wald und Höhle" erlebt F. das Gefühl der Unvollkommenheit, das ihm durch sein Angewiesensein auf M. vermittelt wird. Die Liebe wird so zur Erniedrigung. (V.3240, 3266f.) Auch Gretchens Ruh' ist dahin, Anspielungen auf den Tod in ihrem Lied weisen darauf hin.
e) In der Religionsfrage werden die naive Religiosität
G.s und der Zweifel F.s gegeneinandergestellt. Hier spielt auch
Goethes Auffassung von Religion eine Rolle.
5. Einheit: Walpurgisnacht
Vorbilder der Szene: V.a. ein einzelner Kupferstich
von Michael Herr (Nürnberg, 1591 - 1661): "Eigentlicher
Entwurf der Abbildung des gottlosen und verfluchten Zauberfestes".
Oben links ein Zug springender, tanzender, liebender
Männer und Frauen, teils bekleidet, teils halb- oder ganz
nackt. Musiker mit Dudelsack und Zinken. Oben in Bocksgestalt
Satan, an den Feuern vereinzelte Teufelsgruppen; Hexenschwarm
in der Luft auf Böcken, Gabeln, Besen; Hochgericht mit Gehenkten.
In der Mitte ein Kessel, den eine bekleidete Hexe anfeuert, dessen
Deckel eine nackte Hexe hebt und in dessen Dampf verwunderliche
Gestalten aufsteigen. Rechts davon Trödelhexe mit einer Katze,
Kram, einer Hand mit Schwert, Totenkopf, totem Kind, Frauen mit
kabbalistischen Büchern sowie mit Krügen und mit Flaschen.
Rechts hinten tolles Treiben in einer halbverfallenen Kirche.
Die Walpurgisnacht findet vom 30. April auf den 1. Mai statt.
Alte Baubo: ein unzüchtiges Hexenweib
General, Minister, Parvenü: Typen aus der frz. Revolution, die als
Vertriebene in Deutschland mit allem unzufrieden sind. Goethe
wünschte diese dünkelhafte Gesellschaft zum Teufel.
Trödelhexe: sie bietet erprobte Verbrecherwerkzeuge zum Kauf an,
die jedoch nach M.s Ansicht längst durch wirksamere Mittel,
den Nächsten zu verderben, überholt sind.
Tanz: F. ist auf dem Tiefpunkt angelangt: er beteiligt sich unmit-
telbar am Treiben, wird allerdings durch den Anblick G.s sehr
rasch ernüchtert.
rotes Schnürchen: bereits im altdeutschen Schrifttum das Kennzei-
chen wiederbelebter Enthaupteter.
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Die Walpurgisnacht bringt das Dämonische
in die Handlung. Hexen sind Wesen, die das Triebhafte, das naturhaft
Unheilvolle verkörpern. Die Tanzszene bildet, von M. provoziert,
das infernalische Gegenstück zur Doppelszene in Frau Marthes
Garten. Äußerlich ist sie gleich: F. tanzt mit einer
Jungen, die seine Sinnlichkeit anspricht: "Die Äpfelchen
begehrt ich sehr!" Parallel dazu tanzt M. mit einer alten
Hexe und führt ein unflätiges Gespräch. Wiederum
ist M. der Kuppler.
Formale Bedeutung der Szene:
M. entzieht F. der Verfolgung wegen des Mordes an
Valentin, läßt ihn Gretchen vergessen - die Walpurgisnacht
wirkt also als retardierendes Moment der Gretchen-Tragödie.
Plötzlich jedoch, während des Tanzes, sieht F. das blasse
Mädchen "mit dem roten Schnürchen" um den
Hals, G. steht wieder vor seinem geistigen Auge, und dies leitet
einen Wendepunkt ein: F.s Tatkraft erwacht wieder, er will
G. retten, sein ursprüngliches Naturell kommt in Ansätzen
wieder zum Durchbruch.
Auswertung der Ergebnisse der Gruppenarbeit
F. nach dem Osterspaziergang + die Begegnung mit M.:
F. hat sich etwas beruhigt, versucht die Übersetzung des Johannes-Evangeliums, verwandelt den Pudel durch Beschwörung in M.
- M.s Charakterisierung: das Böse, die Zerstörung ist sein Element, er schafft aber gerade dadurch auch das Gute ("Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft"). M. will sich entfernen, ist aber durch das etwas beschädigte Pentagramm eingesperrt. F. will ihn nun zu einem Abkommen erpressen (was genau in M.s Pläne paßt). Da F. sich aber zu hochnäsig zeigt, läßt M. ihn einschläfern, um bei seiner Rückkehr selber die Sache in die Hand zu nehmen ("Du bist noch nicht der Mann, den Teufel festzuhalten").
Bei seiner Rückkehr übernimmt M. die aktive Rolle, es kommt zum Pakt. F. fordert von M., daß dieser für ihn die menschlichen Grenzen in jedem Bereich sprengt, er will etwas Absolutes genießen und den Augenblick des Glücks bis in die Ewigkeit verlängern: "Werd' ich zum Augenblicke sagen, verweile doch, du bist so schön ...". M. will Gott beweisen, daß er F. verführen kann, er lädt F. zu einer "Reise durch die große und die kleine Welt" ein, damit dieser weniger denkt und mehr lebt.
In der Schülerszene macht sich M. als
Sprachrohr Goethes über die akademischen Wissenschaften seiner
Zeit lustig: Logik und Philosophie sind Dressur des Geistes und
Wortgeklingel, Justiz wird zum Unsinn, Theologie ist verborgenes
Gift, Medizin erlaubt den Ärzten Annäherungsversuche
an Frauen etc. Diese Szene ist ein SATIRE.
Auerbachs Keller
F. soll die Welt kennenlernen, um zu sehen, daß
Studium und Bildung nicht alles sind. Die Studenten in der Szene
sind aber ausgesprochen primitiv, derb, versoffen und hochnäsig
- ihre Zeichnung ist auch eine SATIRE auf Studenten und Universität;
M. hat mit diesem Ausflug bei F. keinen Erfolg, F. bleibt unzufrieden
und will den Keller möglichst schnell verlassen. Durch seine
Unbefriedigtheit wird er nun reif für den zweiten
Versuch.
Hexenküche: F. wird
verjüngt, um durch die Bekanntschaft mit der Sinnlichkeit
ein neues Leben zu leben und schuldig zu werden. Das Bild der
schönen Frau im Spiegel erweckt seine Begierde, er verliebt
sich, vergißt die Wissenschaft. M. scheint jetzt Erfolg
zu haben.
Gretchentragödie: Bei der ersten Begegnung ist F.s Sprache stürmisch, fordernd, sexuell erhitzt ("Hör', du mußt mir die Dirne schaffen!"), F. ist aufdringlich und verwirrt das junge Mädchen, das den fremden Herrn nicht aus dem Kopf bringt. M. wird zum Kuppler, der sich bei Marthe einschmeichelt und G. durch Geschenke zu betören versucht. F. verherrlicht noch die romantische Liebe, er zögert, G. zu verführen.
In der Szene "Garten", die in SIMULTANTECHNIK
gebaut ist, werden zwei Liebesauffassungen gegeneinandergestellt:
F.+G.erleben die Liebe als innerliches Ergriffensein, als höchstes
Gut und Glück, während Marthe bei M. durch sexuelle
Anzüglichkeiten zu "landen" versucht, nachdem ihr
Mann verstorben ist. Existentielle Ergriffenheit steht gegen oberflächerliche
Koketterie.
Die Liebe ist für F. eine Gefahr,
weil er zum ersten Mal etwas "Absolutes" erlebt, M.
könnte damit seinen Teil des Paktes erfüllt haben, wodurch
F. unrettbar verloren wäre. Da dieses Absolute im Bereich
des Guten erlebt wird, muß M. das Liebespaar trennen, da
er sonst keine Macht mehr über F. hätte.
In "Wald und Höhle" beklagt F. das
Empfinden der Unvollkommenheit des Menschen, G. am Spinnrad ist
voller Unruhe über die Trennung von F. Der Teufel macht F.
nochmals reif zur Begegnung mit G. - nach der "Religionsfrage",
in der die naive Religiosität G.s gegen den aufgeklärten
Zweifel F.s steht, kommt es zur Schwangerschaft, zum Tod der Mutter
und zum Mord am Bruder, der Weg in die Katastrophe ist offen.
G. wird gerettet, F. verschwindet mit M.
Einleitung: Goethes 60jährige Beschäftigung mit dem Thema in verschiedensten Versionen. Bezugnahme auf ein altes Volksbuch, das die Unheimlichkeit eines Menschen reflektiert, der wirklich gelebt hat.
Überleitung: Faust I aus dem Jahre 1808 (dritte Bearbeitung des Stoffs durch Goethe), enthält zwei große Handlungsstränge, die Gelehrten- und die Liebestragödie, miteinander verbunden durch die Wette!
Inhalt: Wette zwischen Gott und Mephisto - 1. Teil: unbefriedigter, rastloser Faust, der sich sogar der Magie zuwendet, aber daran verzweifelt >>> Selbstmordversuch >>> Osternacht/-spaziergang: die Beruhigung ist nur vorübergehend, F. ist reif für das Treffen mit M.: Dieser bietet ihm einen Pakt (erklären!) und verspricht, die Grenzen des Menschlichen zu überwinden. Dazu lädt er F. ein zu einer "Reise durch die große und die kleine Welt". - satirische Teile: die Schüler-Szene sowie Auerbachs Keller, damit hat M. jedoch keinen Erfolg, F. will mehr.
Überleitung: M. muß also andere Methoden anwenden: die Gelehrten- wird zur Liebestragödie, es geht nicht mehr nur um Wissen, sondern um Sinnlichkeit und Liebe, was F. bis jetzt noch nicht kennengelernt hat.
Inhalt der Liebestragödie: Hexenküche (Verjüngung - sexuelle Gier) - die zwei Arten von Liebe in der Szene "Garten": F.+G./M.+ Marthe - Liebe ist für F. eine Gefahr: der Pakt könnte in Erfüllung gehen, aber G. hat ein Gefühl für die Gefährlichkeit M.'s, sie widersteht ihm -Schuld Gretchens durch dreifachen Tod - M. will ihn in der Walpurgisnacht alles vergessen lassen: F. auf dem moralischen Tiefpunkt angelangt, aber: Erinnerung an G. - Befreiungsversuche - Ende.
Überleitung:
das Stück ist gebunden an Goethes Zeit (und Biographie),
weist aber viele aktuelle Bezüge für uns Menschen des
20. Jhd.'s auf!
1. Gelehrtentragödie: der unbedingte Wille zum Wissen macht Menschen schuldig, weil dieses Wissen auch sehr negative Folgen haben kann (Technologie als Beispiel ...). Der moderne Mensch hat einen "Gotteskomplex".
2. Liebestragödie: die Schwangerschaft Gretchens, der Kindsmord waren damals aktuelle Themen, weil es viele diesbezügliche Prozesse gegeben hat.
gemeinsamer Bezugspunkt: die Wette: M. darf F. in Versuchung führen, das unendliche Glück (im Wissen oder in der Liebe) zu finden, scheitert aber in Goethes Sichtweise, weil der "strebende Mensch" erlöst werden kann, auch wenn er schuldig wird. M. ist ein Teil jener "Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft". Ob dieser Optimismus heute noch gerechtfertigt ist, kann man fragen.
Schluß: persönlicher
Leseeindruck